150 Jahre St. Gallische Pferdeversicherungs-Genossenschaft

Bericht Jubiläumsreise vom Freitag, 19.08.2022

Endlich ist es so weit. Nach langen Vorbereitungen rückt nun der Reisetag immer näher………

Am Morgen des 19. August 2022 brachten uns die Chauffeure von Vorburger-Reisen (Pirmin Vorburger und Willi Vock /Thomy Lütscher und Tex Rheinmann) und Carreisen Schönholzer (Roger Eichenberger) sicher nach Bern-Allmend mit dem Ziel:     <<Zirkus Knie>>
An Bord sind 100 interessierte GenossenschafterInnen, die sich einen wunderschönen Tag als Mitglieder und Interessierte unserer Versicherung nicht entgehen lassen wollen.
Um 09.30 Uhr, nach einer ruhigen aber regnerischen Fahrt, sind alle wohlbehütet auf dem Gelände des dort gastierenden Zirkus Knie angekommen.
Frau Gorana Radmilo nimmt uns im Namen von Fredy Knie jun. ganz herzlich in Empfang und heisst uns willkommen in der Zirkuswelt.
Der Regen draussen störte uns kaum, denn wir konnten uns im Foyer versammeln und von dort direkt trockenen Fusses ins Zirkuszelt gehen.
Die besten Plätze rund um die Manege waren für uns reserviert, also ein hautnahes Erlebnis pur.
Erster Akteur in der Manege war unser Präsident, Eugen Fauquex. In vollem Rampenlicht hiess er alle GenossenschafterInnen herzlich willkommen und orientierte kurz über den weiteren Tagesablauf.
Die Überleitung zu Fredy Knie jun. war fliessend und somit war die Manege frei für:
Fredy Knie jun. und seine Präsentation über Ausbildung und Training im Einklang mit dem Pferd als Partner.
Die ersten Sequenzen in Ausbildung und Training zeigte uns der Meister selber, die weiteren sehr anspruchsvollen Vorführungen mit bis zu 12 Pferden führte uns sein Enkel Ivan Frédéric vor.
Von gegeneinander laufen, einzeln herausnehmen, kreuzen von Schimmeln und Braunen mit kontrolliert steigenden Pferden und vieles mehr, das alles wird täglich mit diesen Pferden gearbeitet.
Nonno Fredy Knie jun. überwachte die ganze Arbeit und bot in allen Situationen Hilfe an und kommentierte die professionelle Arbeit seines Enkels. Alle Fragen aus der Runde beantwortet er sehr professionell und diplomatisch.
Während mehr als einer Stunde wurde uns die Zusammenarbeit im Einklang zwischen Mensch und Pferd gezeigt. Es werden hohe Ansprüche an die Pferde gestellt, doch immer wird jedes einzelne Pferd nach seinen Stärken und Schwächen mehr oder weniger auf eine andere Art und Weise trainiert. Sehr beeindruckend war auch das persönliche Zusammenspiel: Jedes Pferd wird mit dem eigenen Namen angesprochen und kein Pferd zeigt Angst vor den Peitschen (Hilfsmitteln).
Ein gelungener Gag war das Demonstrieren der Aufbauarbeit des Beginns der Lektion steigende Pferde mit den 2 eigenen Ponys, die aber schon richtige Profis waren und das dann zum Schluss auch zeigten. 
Nach der Vorführung im Zirkuszelt übergab Eugen Fauquex Fredy Knie jun. als kleines Dankeschön einen St. Galler Spitzen-Gin und für die Pferde 2 Säcke Rüebli. Ebenfalls erhielt Frau Romana Radmilo ein Geschenk als Dankeschön für die perfekte Betreuung.
Anschliessend konnten alle GenossenschafterInnen im Foyer einen feinen Zmittag geniessen: Wokpfanne mit Poulet oder Lasagne mit Gemüse und ein sehr leckeres Dessert.
Da unsere Jubiläumsreise aus 2 Teilen bestand, verschoben wir uns mit unseren Reisecars nach Avenches zum Schweizer Nationalgestüt-Agroscope, wo wir um 13.30 Uhr eintrafen und von Samuel Schaer herzlich begrüsst wurden.
Um 14.00 Uhr begannen die Führungen in 3 Gruppen durch den Betrieb unter der Leitung von Samuel Schaer, Inès Lamon und Christa Wyss.
Zuerst wurde uns das Nationalgestüt allgemein kurz vorgestellt und nachher besuchten wir der Reihe nach diverse Werkstätten und Remisen des Nationalgestüts.
Der Ablauf in einer dieser Gruppen war folgendermassen:
Wir begannen in der Geschirrkammer. Eine Augenweide für jeden Rösseler/Fahrer. 
Weiße Geschirre für Ben Hur Wagen, Brustblatt, englische Kummetgeschirre und Zäume aller Art, natürlich immer zum Geschirr passend. 2 Tische aus Eichenholz-Wagenräder mit Glasplatte machten den Raum zu etwas ganz Besonderen.
Weiter ging es zur Wagenremise. Eine Riesenauswahl an Marathonwagen, Breaks und Phaetons, zur Sammlung gehörten natürlich auch ein Landauer und ein Jagdwagen.
Damit auch bei jeder Witterung trainiert werden kann, ist natürlich eine Reithalle unentbehrlich. Diese wurde 1912 erbaut und natürlich immer wieder renoviert.
Ohne Huf, kein Pferd, und schon standen wir in der gestütseigenen Hufschmiede. In der Zeit, während die Hengste jeweils auf Station stehen, fertigen die Hufschmiede die Eisen für ihre eigenen Pferde selber an. Auch alle übrigen anfallenden Arbeiten, wie Reparieren der Boxen, Aufziehen von Eisen auf Wagenräder werden durch die Hufschmiede erledigt ...
…. und schon ging es weiter zur Wagnerei. Mit Eschenholz werden die Radrundung und die Speichen gefertigt und mit Nussholz die Naben. Auch die Fertigung von Landen und Waagscheitern gehören zu ihren Aufgaben und generell allgemeine Holzarbeiten, die auf dem Gestüt anfallen.
Die letzte Werkstätte war die Sattlerei. Alle Flickarbeiten für Sättel und Geschirre werden dort erledigt und auch die eigenen Leinen zum Fahren und die Zäume werden selber hergestellt.
Der Arbeitsplatz war verwaist, der Sattler musste sich für die Vorführung im Hof vorbereiten.
Die tiergerechte Haltung liegt dem Nationalgestüt sehr am Herzen und so werden verschiedene Formen des Auslaufs, der Fütterung und der Stalleinrichtung überprüft und getestet.
Im Vorbeigehen sahen wir noch das Klinikgebäude und die Koppeln der Hengste, wo sie täglich Auslauf haben.
Ein Eselhengst für die Züchtung von Mulis war ebenfalls in einer schönen Stallung (mit Kollege) zu Hause.
Zum Schluss zeigte uns Frau Lamon noch 2 Boxen, die als Kontaktboxen ausgerüstet waren. Die Hengste können die Köpfe von Boden bis Decke durchstrecken, auch ein Test, der aber nicht mit allen Hengsten funktioniert.
Als krönender Abschluss vor dem Apéro wurde uns noch eine Sechser-Quadrille mit Hengsten gezeigt: Dressur mit Springen.
Leo Risch, der Hengsthalter von Haag, ließ es sich nicht nehmen, für uns einen Fünferzug zusammenzustellen mit einigen Hengsten, die in den letzten Jahren mit der Zucht in der Ostschweiz zu tun hatten.
Begleitet wurde er von 4 Grooms, darunter auch Daniela Häuptle, die ihn auch auf der Deckstation in Haag und auf den meisten Fahrturnieren unterstützt.
Wir gratulieren allen Akteuren, es war eine Augenweide. Kommentiert wurde die Quadrille und die Fahrvorführung von Samuel Schaer, der natürlich alle Personen und Hengste bestens präsentieren konnte.
Eugen Fauquex bedankte sich anschließend im Namen der St. Gallischen Pferdeversicherungs-Genossenschaft bei Samuel Schaer mit einem kleinen Zustupf für einen Apéro mit dem ganzen Team, das uns diesen schönen Nachmittag beschert hat. Er bedankte sich ebenfalls bei allen GenossenschafterInnen für das Interesse und die Teilnahme an dieser Jubiläumsreise und wünschte allen noch einen tollen Apéro und anschliessend eine gute Heimfahrt.
Zwischen 16.00 Uhr und 17.00 Uhr konnten sich alle Reiselustigen aus der Ostschweiz noch an diesem Apéro austauschen und stärken, bevor es dann um 17:00 Uhr mit unserem 3 Reisecars wieder langsam zurück in die Ostschweiz ging.

Dieser Tag war mit so vielen Eindrücken ein einmaliges Erlebnis, obwohl sicher schon einige im Zirkus Knie waren oder aber auch in Avenches.
Dieser Blick hinter die Fassaden vom Nationalgestüt und der Einblick in die wahren Trainingseinheiten des Zirkus Knie waren sicher für jeden Rösseler etwas ganz Besonderes.

Ein würdiger Anlass zur Feier des 150- jährigen Bestehens der St. Gallischen Pferdeversicherungs-Genossenschaft.
 

31.08.2022

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